Der Service ist nicht der Sex Sie Service

Mazdak und die Pädophilie - Kuchen Talks #439

, die am meisten über Sex denken

Sie ist Gespielin und Sozialtherapeutin zugleich. Und kann sich in ihrem Gewerbe nur eine katastrophale Situation vorstellen. Protokolliert von Carola Dorner. Ein Inkognito, selbstverständlich.

Eine Escort-Frau hat Der Service ist nicht der Sex Sie Service Preis. Sie ist Anfang zwanzig, lebt in Berlin, studiert Philosophie, schreibt Kurzgeschichten und verdient zwischen und Euro pro Nacht. Erst jobbte ich als Nacktmodell an der Kunst-Akademie.

Das war anstrengend, zeitraubend und schlecht bezahlt. Dafür wusste ich danach, dass mir Nacktheit kein Problem bereitet. Ich habe mir Escort-Seiten angesehen und mich bei einer Agentur beworben.

Im Bewerbungsgespräch ging es um Philosophie und Literatur. Der Chef wollte wissen, ob ich mich unterhalten kann. Weil er nicht glaubte, dass ich es auch mit dem Rest ernst meinte, verführte ich ihn. Das war vor einem Jahr. Beim Der Service ist nicht der Sex Sie Service gibt es klare Schweigegebote. Ich erzähle Freunden nicht von meiner Arbeit und spreche mit Kunden nicht über andere Kunden.

Mein Agent hat mir geraten, meinen Namen nicht zu nennen. Eigentlich kann nicht viel passieren. Wir wissen so gut wie nichts voneinander, und ich sage meinen Namen ja nicht aus Versehen. Als Kunden bevorzuge ich ältere Männer. Die sind gepflegt und können sich benehmen.

Die meisten Kunden sind Mitte 50 bis Mitte 60, selten kommen Paare. Fast immer sind es Geschäftsreisende, manchmal Touristen, nie Berliner. Das hat auch für mich Vorteile. So ist es fast unmöglich, jemanden zu treffen, den ich kenne. Meine Kunden leben nicht hier, und die Bekannten meiner Eltern sind nicht so reich, dass sie einen Escort nehmen. Eine Der Service ist nicht der Sex Sie Service wäre es, wenn mal ein Freund meines Vaters vor mir steht.

Aber wahrscheinlich würde ich ihn einfach bitten, nichts zu sagen. Wir würden uns einigen. Es gibt Männer, die meinen Beruf vergessen und eine Phantasie leben wollen. Die fragen, ob ich sie liebe. Ich bin dann ein bisschen gemein und sage: 'Du hast mir doch gerade einen Umschlag gegeben. Willst du eine ehrliche Antwort oder dass ich dir sage, was du hören möchtest? Natürlich liebst du mich nicht. Aber magst du mich denn? Oft erzählen mir Der Service ist nicht der Sex Sie Service ihre Lebensgeschichte.

Ich biete sexuelle Dienstleistungen und bin gleichzeitig Sozialtherapeutin. Es kommt auch vor, dass Kunden weinen. Manche weinen vor lauter Aufregung, andere weinen, weil sie bei mir weinen dürfen.

Oft kommen diese Männer damit hinterher nicht klar. Die werden beleidigend oder sagen bei der Agentur, dass sie mich zu dick fanden.

Was ich erlebe, muss ich loswerden. Der Service ist nicht der Sex Sie Service führe ich ein 'Nutten-Tagebuch' und erzähle meinem Freund von meinen Aufträgen. Wir lachen viel darüber. Sonst überlege ich mir gut, wem ich von meinem Beruf erzähle.

Ich habe Freunde deswegen verloren und neue Freunde unter den Kolleginnen gefunden. Es gibt Frauen, die eigentlich sehr sittsam sind, aber im Escort aus diesem Leben ausbrechen. Das sind Kandidatinnen für ein hartes Doppelleben. Ich lebe meine Phantasien und verdiene gut damit. Mit zwei Terminen im Monat kann ich gut leben. Mehr als drei Termine in der Woche mache ich nicht. Escort ist physisch und psychologisch anstrengend.

Einen Unterschied zwischen Prostitution und Escort sehe ich nicht. Ich bin Prostituierte. Hinterher dusche ich und nehme meinen Körper wieder mit nach Hause.

Benutzt habe ich mich nie gefühlt. Ich habe die Situation unter Kontrolle. Nach dem ersten Mal habe ich mich gefragt, wie fühlt sich das jetzt an? Ich hatte erwartet, dass ich Der Service ist nicht der Sex Sie Service dreckig fühlen würde. Das Gegenteil war der Fall. Ich kam mir rein und unschuldig vor. Fast war ich ein bisschen stolz, wie ein kleines Kind nach einer guten Schulnote. Ich hatte etwas Gutes getan.

Es besteht immer die Gefahr, vom Escort abhängig zu werden. Deshalb ist es wichtig, noch einen anderen Beruf zu haben. Was eine Frau nebenher macht, ist egal. Viele geben etwas an, was nicht stimmt. Ein prestigeträchtiges Studienfach hebt das Produkt.

Das ist im Grunde unwichtig, weil wir mit unseren Namen ohnehin Kunstwesen sind. Aber das sollte man reflektieren können. Für mich ist Escort eine Möglichkeit, mich auszuprobieren. Ich kann mich auf mein Studium konzentrieren und schreiben. Mit 40 möchte ich nicht mehr davon leben.

Vielleicht habe ich dann eine eigene Agentur oder ein Luxusbordell. Wer zu streng mit sich und anderen Menschen ist, sollte keinen Escort anbieten. Ich muss bereit sein, an jedem etwas Liebenswertes zu suchen. Meistens ist es nicht schwer zu finden. Viele Männer sind toll. Das ist fast ungerecht. Manchmal ist die Geheimhaltung lästig. Was wir tun, ist nicht verboten, es ist nicht gefährlich, es ist die unschuldigste und die natürlichste Sache der ganzen Welt.

Das gehört für mich in eine Reihe mit Nähen und Kochen. Weil Sex in unserer Gesellschaft warenförmig ist, kann man ihn kaufen. Die meisten Menschen haben keinen guten und zu wenig Sex. Deshalb gibt es uns. Beim Sex muss man sich gelegentlich Mühe geben. Es ist nett, wenn ein Paar im Bett liegt, Pornos guckt und fummelt. Aber es ist ein völlig anderer Akt, wenn ich mich rituell schön mache, meinen Körper mit duftenden Ölen einreibe, mich frisiere und schminke und schön anziehe.

Ich gehe aus, esse und trinke etwas Besonderes und wecke nach und nach alle Sinne auf. Und dann habe ich Sex. Das sollte nicht in einer dunklen Ecke stattfinden. Es wäre nett, wenn jeder sagen würde: 'Aha, der Mann hat sich heute ein Escort-Mädchen genommen und macht sich einen schönen Abend, herzlichen Glückwunsch.

Wenn ich Kunden im Restaurant oder Hotel treffe, erkennt kaum jemand die Situation. Die Menschen sind blind. Trotzdem haben Männer schreckliche Angst, als Freier erkannt zu werden. Manche sind regelrecht paranoid. Das ist lächerlich. Andere Gäste merken nichts, und Restaurant- und Hotelangestellte erkennen es sofort. Kellner lächeln dann diskret, als sei ich angezogen.