Echter Sex ist nicht auf der Suche Aussage

9 INTIME SZENEN - DIE SCHAUSPIELER NICHT DREHEN WOLLTEN!

N Frauen für Sex

Kann mir bitte jemand helfen bei der Einschätzung von Charlotte Roche? Was möchte sie eigentlich repräsentieren? Aug, S. Sie redet viel echter Sex ist nicht auf der Suche Aussage Tabus - das Gegenstück zum Authentischen - die sie gerne brechen möchte, wo sie sie findet.

Das ist ein respektables Ziel. Ich war gespannt, was sie Lesern, die gewohnt sind, dass über so vieles offen gesprochen werden kann, noch anbieten will. Ist das Roches Problemtableau? Für mich sieht es nach Mutti aus, die im Petticoat durch die erste Einbauküche wirbelt. Für viele Frauen mag das noch Realität sein, für noch mehr Frauen mag die innere Einbauküche ein psychologisches Problem sein. Das ist ernst zu nehmen und beklagenswert.

Ein Tabu ist es aber sicher nicht, eher ein Thema, das massentauglicher nicht sein könnte. Auch andere von Roches vermeintlichen rhetorischen No-go-areas verfangen nicht. Mir kommt echter Sex ist nicht auf der Suche Aussage Verdacht, dass Roches Themen im Grunde — von der forschen Sprache und den expliziten Bildern mal abgesehen - überhaupt nicht krass sondern ziemlich normal und bieder sind und eben deshalb ein so breites Publikum ansprechen.

Leser finden ihre alltäglichen Minutiae wieder, über die sie sonst nicht sprechen, weil sie auch nicht drüber sprechen müssen — soviel Druck liegt auf der Sache am Ende gar nicht, dass es zum öffentlichen Thema reichen würde. Geheimnisse, über die jeder offen reden kann, sind weder Geheimnisse noch besonders interessant noch gehört Mut dazu, sie als einer von vielen ans Licht zu bringen.

Medienprofi, der sie ist, kann sie das besonders gut. Sie weiss auch, das zum Medienspiel heute gefühlte Authentizität gehört. Denn ungebrochene Authentizität ist das Langweiligste, was es gibt. Doch nur, indem der Wunsch ein Teil der Inszenierung ist.

Mag sein, das Charlotte Roche tatsächlich über Dinge spricht, die sie ehrlich für Unausgesprochenes oder Unaussprechbares hält. Nur ist sie, wenn sie damit gedankliche Dammbrüche auslösen will, in der falschen Zeit beziehungsweise der falschen Gesellschaft gelandet. Vielleicht schreibt Roche nach einem Tabugenerator: Sie entdeckt etwas, von dem sie berührt wird. Da kann ich so tun, als hätte überhaupt noch nie jemand darüber gesprochen! Vielleicht ist die Tabumanie von TV und Buchmarkt dasjenige, das öffentlich angesprochen gehört.

Mit dem Geruch des Skandalösen versehen wird jedes Stück privater Betroffenheit schnell zu einem Mediensturm. So mag das sein. Westend Verlag Seiten. Dezember im Kino. Wer offen zugibt, mit seinem letzten Buch die Öffentlichkeit an der Nase herum geführt zu haben, dürfte eigentlich nicht erwarten, dass das nächste Buch ernst genommen wird. Aber genau das scheint in weiten Teilen des Literaturbetriebs zu geschehen. Das scheint der Literaturbetrieb einfach integrieren zu können.

Danke für den Hinweis auf Ihren eigenen Community-Beitrag! Roche sorg für Profit. Warum sollten sich da die Satellitenbetriebe wie Spiegel, Stern etc. Warum sollten junge frustrierte Menschen beiderlei Geschlechts plötzlich ihr Interesse an Fragen verlieren, die mit ihrem heimlichen Begehren zusammenhänge? Einem heimlichen Begehren, das auch nur sich selbst einzugestehen sie weder den Verstand noch den Mut besitzen. Traurig ist das alles. In Lars von Triers "Antichrist" de.

Ich habs nicht gesehen, ich hab mich nicht reingetraut. Motto: Überleben ohne Abzuleben. Zugegeben, literarischer Müll, das war daneben.

Ein Buch als "literarischen Müll" zu bezeichnen, ist schon eine distanzierte Bemühung um Authentizität? Ich habe den Eindruck, die Steigerung geschieht schon in einem ersten Schritt durch Roches "krasse" Sprache. Sie nimmt da, denke ich, einen schnoddrigen Ton auf, zum Teil aus der Sprache junger Leute, zum Teil aus erfolgreichen Medien, spitzt ihn zu, steigert ihn eben.

Darin liegt die Grundlage ihres Erfolges: dass sie eben nichts Neues bringen muss, sondern nur die alte Charlotte Roche über ein Thema stülpen. Darin könnte schon wieder etwas gutes liegen: eine Normalisierung des Redens über Psychiatrieerfahrungen und eine Senkung der Schwellen für eine Annahme von psychologischen Hilfeleistungen vorausgesetzt, sie sidn wirklich notwendig und werden nicht einer Mode wegen in Anspruch genommen. Das interessanteste Thema das Buches finde ich tatsächlich den Blick auf das "heimliche Begehren".

Ein offener Umgang mit ihm wäre tatsächlich ein echter Fortschritt. Ich bin gespannt, ob das Buch es schafft, Paare dazu zu bringen. Im schnellebigen Literaturbetrieb ist das Thema, fürchte ich, allerdings nicht in den besten Händen.

VIVA habe ich so gut wie nicht geschaut und sie dort nicht erlebt. Bei sonstigen Auftritten aber Schmidt, 3nach9, 1Live, zuletzt Lanz war ich schon fasziniert. Finde aber, dass sie sich trotz ihrer Sprache sehr kontrolliert, man merkt es an ihrem unruhigen Körper, stets scheint sie um eine optimale Position bemüht. Gelesen habe ich sie nicht, aber zB.

Zur "krassen" Sprache: die Bezeichnung, da wird die Charlotte über die Figur gestülpt, trifft es sehr gut. Denn tatsächlich hörte ich die ganze Zeit Charlotte Roche "plappern", während ich das Buch gelesen habe.

Es ist so geschrieben, wie sie bereits Fast Forward moderiert hat und eben vielmehr in Sprech- den Schriftsprache verfasst. Ich habe nach wie vor so gut wie keine Interview, keine Rezension gelesen — muss aber zugeben, dass mich dieses Authentizitäts-Ding, um das es hier unter anderem geht, schon kurz ein wenig betrübt hat. Was ist Fake, was nicht.

Ist es nur Fake, dass es Fake ist? Je länger ich darüber nachdenke, ist es mir aber auch völlig egal, denn — mir — wichtig ist doch eher, was das Buch mit mir macht, wenn ich es lese. Lieber Peter Plöger Also — nun habe ich den Roman gehört, nicht gelesen, und habe dabei viel nachgedacht wie ich darüber denke.

Hier ein Versuch. Am dichtesten finde ich die Sprache und Erzählung, also literarisch, bei der Beschreibung des Unfalls, denn da ist es keine narzisstische Selbstbetrachtung, sondern plötzlich wahrhaftig und deshalb bewegend, denn egal ob es genau so passiert ist oder nicht, spürt man die tiefe Verunsicherung durch das, was da passiert ist. Und diese Form der Echtheit der Beschreibung eines Ereignisses, der von den Boulevardmedien entweiht und somit in den Dreck gezogen wurde, ist wohl das konsequenteste anwendbare Mittel und eigentlich auch die stärkste Waffe, die man in so einem Kampf zur Verfügung hat.

Und damit allen, die sensationsheischenden Blödsinn lesen oder schreiben oder gar noch dadurch Geld verdienen zu zeigen, was an Gefühlen und Verletzung man da echter Sex ist nicht auf der Suche Aussage vergewaltigt hat. Da kann sich jeder, der beteiligt war, als Macher oder Leser, nur noch schämen. Und Werbung macht man am besten mit Sex, so ist das. Und das ist an dem Buch echter Sex ist nicht auf der Suche Aussage, denn wenn man davon ausgeht, dass — wie Charlotte Roche selber Sagt — sie alle an der Nase herumführt, so ist das Buch eben nicht authentisch echter Sex ist nicht auf der Suche Aussage eine komplett kalkulierte - schon Ich echter Sex ist nicht auf der Suche Aussage aber auch das kalkuliert - Persiflage auf das Mediengeschäft und führt es vor und nutzt es, eben wie sie es kennengelernt echter Sex ist nicht auf der Suche Aussage, nun für die richtigen Dinge.

Man kann das Buch aber auch als Ratgeber lesen, für alle die in Beziehungen stecken und darüber nachdenken ob das schon alles war und wie man den Alltag in seiner Gleichförmigkeit bewältigt und dabei trotzdem irgendwie bei sich und authentisch bleibt in seiner Sehnsucht nach Lebendigkeit. Hier echter Sex ist nicht auf der Suche Aussage das Buch die durchaus relevante Lösung — klärt das mit dem einen, echter Sex ist nicht auf der Suche Aussage Mann und macht da das Leben interessant und aufregend, wie auch immer, befreit euch.

Und macht Gebrauch von allem was ihr zur Verfügung habt euch von euren Blockaden zu lösen und frei zu werden — Sex und Therapie Werbung für Therapeuten hatte ich vergessen. Viele Frauen und Männer werden sich wiedererkennen und dann eben vielleicht beginnen zu versuchen zu verstehen wer sie sind und warum sie sind und was sie zusammen sind und wie das weitergehen kann und das ist ja sehr gut.

Und damit meine ich nicht die Sexszenen — Puff und anal ist ja egal, kann man alles machen — ich meine eher eine nur am Rande arbeitende Frau, die sich an der Sicherheit orientiert die ihr Mann ihr gibt — Geld und Testosteron - und dann ganz viel Zeit hat und kaum arbeiten muss. Das ist wirklich ein Rückschritt in die 50ger Jahre und gerade heute in Zeiten von schneller Verführbarkeit, verändertem Scheidungsrecht und schwankenden Bindungen, auch wenn in dem Buch dagegen angeschrieben wird, kann man das wirklich keiner Frau mehr als Patentrezept raten.

Genauso so wie es problematisch ist Prostituierte als weiche, warme lustige Menschen zu beschreiben, die Realität dahinter, das weiss ich investigativ, sieht meistens ziemlich anders aus. Vielleicht ist das ja auch wieder nur eine Metapher für die Medienwelt, wenn nämlich Charlotte über ihre Promoarbeit zum Buch sagt, das sei wie sich prostituieren — sicherlich hat sie dazu auch nicht so Lust macht dann mit und dann ist es doch lustig.

Vielen Dank für die Übersicht! Fand ich sehr hilfreich. Letzten Endes scheint wohl nicht zu entscheiden zu sein, wie viel Fake in Charlotte Roches Medienpräsenz inkl. Büchern steckt. Dass Fake und therapeutischer Selbstausdruck den sie als Ziel ihrer Bücher angibt nicht zusammengehen, finde ich dennoch eine bedenkenswerte Tatsache. Für mich im Augenblick noh interessanter ist aber etwas anderes: Authentisch oder nicht - Roche schreibt mit Elizabeth Kiel eine Figur, die als Neurotikerin beschrieben wird und sich auch als solche verhält.

Die Alarmsirenen gehen in dem Moment bei mir an, wenn ich höre, dass eine solche Figur egal, wie viel echte Charlotte Roche darin steckt eine Art literarischer Alltagsbegleiter für Frauen mit ihren alltäglichen, aber eben nicht neurotischen oder auf Persönlichkeitsstörungen beruhenden Problemen wird.

Da liegt ein kategorialer Unterschied: Probleme, die auf ein Trauma oder eine psychische Störung zurückgehen auf der einen Seite, Probleme, die theoretisch jede n betreffen können, auf der anderen Seite. Sicher: "normal" zu "Neurose" ist genau genommen ein Kontinuum.

Was bedeutet es, sich an einer neurotischen Frauenfigur zu orientieren, wenn das eigene Leben nicht von neurotischen Erfahrungen geprägt ist? Welchen Gefallen tut man der Emanzipation von Frauen, wenn ein durch Persönlichkeitsstörungen geprägtes Verhalten vorbildhaft sein soll? Ratgeber weniger als "Buch, in dem sich viele wiederfinden".

Das ist ja die Frage. Das ist keine Gegenrede. Ich würde gerne wissen, wie die Community das Thema einschätzt. Abgesehen davon wäre es echter Sex ist nicht auf der Suche Aussage nicht schädlich wenn überhaupt alle Menschen mehr Sex hätten Und vor allem - was sagt das über die Leserinnen und Echter Sex ist nicht auf der Suche Aussage oder den temporären allgemeinen Zustanddie das alles ernst nehmen wenn alles gar nicht stimmt, sondern tatsächlich alles ein "fake" also eigentlich klassische Fiktion ist?

Und ist das was eventuell daraus entsteht so etwas wie damals als nach der Lektüre von "Die Leiden des jungen Werther" sich viele umbrachten wenn echter Sex ist nicht auf der Suche Aussage nach "Schossgebete" ganz viele viel mehr Sex haben? Ist das das dann "medial vermittelter Nachahmungs - Sex" oder "medial vermittelte therapeutische Sitzungen" und ist dann statt dem vormals so vermittelten "Werther Effekt" der "Kiehl Effekt"???

Frau Roche schafft mit ihrer gespielten Authentizität vor allem Eines, nämlich Authentizitätsspielern die Realität zu zeigen durch Imitation. Ich stelle es mir sehr lebendig vor, wie Roche sich auf dem beengten Spielplatz mit weiteren echter Sex ist nicht auf der Suche Aussage authentischen Medien-Muttis langweilt, nachdem sie von Deutz ins Belgische Veedel zog.

Es gibt - und das soll hier nicht verschwiegen werden - das Gerücht, Verena Pooth hätte sich in Charlotte Roche verwandelt.