Es war in der UdSSR kein Sex.

Der Koreakrieg - DER KALTE KRIEG wird heiß!

Auswirkungen der häufigen Sex

Zur Weltkultur des Eros hat die Sowjetunion nichts beigetragen. Trotz einer wilden Enttabuisierung in den neunziger Jahren sind die Geschlechterverhältnisse in Russland stark verkrustet geblieben. Zum ersten Mal durften Sowjetbürger mit Amerikanern frei in der Öffentlichkeit reden. Habt ihr auch eine solche Werbung? Wir sind kategorisch dagegen. Die Parteiaktivistin schien urbi et orbi das Stereotyp eines Landes zum Besten gegeben zu haben, in dem es vordergründig ausserordentlich puritanisch zuging und die Kommunistische Partei die Es war in der UdSSR kein Sex.

kontrollierte. Geschenkt: Der Zusatz war wegen des Lärms im Studio überhört worden. Vor dem Bildschirm sitzend, schien das Land sich lachend von seiner Vergangenheit zu verabschieden. Doch bei aller ungewollten Komik enthielt diese Aussage einen wahren Es war in der UdSSR kein Sex. Tatsächlich hatte es in der UdSSR, von der kurzen Experimentierphase der zwanziger Jahre abgesehen, nie einen öffentlichen und offenen Diskurs über Geschlechterbeziehungen gegeben.

Dabei war die Sowjetunion alles andere als ein traditionelles Entwicklungsland. Die Bekämpfung der Religion, die Enteignung und Vernichtung der Bauernschaft samt Urbanisierung und wachsender Bildung hatten überkommene Sitten und patriarchale Machtstrukturen zerstört.

Hinzu kamen demografische Verwerfungen. Denn die Opfer der Kriege und des Massenterrors waren grösstenteils Männer. Die Zahl der Männer pro Frauen im Alter zwischen 30 und 69 war von im Jahr auf im Jahr gefallen. Regionale Ungleichgewichte konnten noch gravierender sein: Der hohe Norden war überwiegend Männergebiet, während das Zentrum der sowjetischen Weberindustrie Iwanowo nahe Moskau als Brautstadt verschrien war. Frauen mussten miteinander um die wenigen Männer konkurrieren.

Männer hatten indes eine relativ breite Wahl. Das konnte man immer wieder im Strassenbild beobachten: Eher unansehnliche Männer waren viel häufiger mit einer schönen Frau zu sehen als umgekehrt.

In den Kleinstädtchen und auf dem Land hatten gebildete Frauen wie Lehrerinnen oder Agronominnen oft nur eine Chance auf Familiengründung, wenn sie sich sozial nach unten orientierten und einen Mechaniker oder Traktoristen heirateten. Zudem waren frühe Ehen die Regel. Männer heirateten meistens nach dem Wehrdienst oder im Studium.

Das Paar zog dann gezwungenermassen zu den Eltern eines Partners und bekam ein Kind. Für die Frau endete damit vorerst ihre sexuelle Freiheit; für den Ehemann fing sie oft erst an. Unverheiratete Frauen, die bereits mit 25 für die Gesellschaft als alt und als Verliererinnen auf dem Heiratsmarkt galten, waren mit ihrem Sexualtrieb und ihrer Liebessehnsucht auf die bereits vergebenen Männer angewiesen.

Generell fehlte es an Räumen, wo unverheiratete Paare unter sich bleiben konnten. In den kleinen Wohnungen lebten bis zu drei Generationen zusammen. Mietwohnungen oder Stundenhotels gab es nicht. Aus diesem Grund hatte der aussereheliche Sex mit alltäglichen Risiken und Unannehmlichkeiten zu es war in der UdSSR kein Sex. Weit verbreitet, aber gesellschaftlich geächtet und von den Eltern nicht akzeptiert, erzeugten die geheimen Liaisons mit Familienvätern einen moralischen Konflikt, der betroffene Frauen ungemein stärker belastete als Männer.

Während im Westen die sexuelle Revolution im vollen Gange war, verweigerte der Parteistaat seinen Bürgern die sexuelle Aufklärung, was insbesondere für Frauen oft zerstörerische Konsequenzen hatte. Der sowjetische Mann weigerte sich, Kondome zu benutzen, genauso wie er es als Autofahrer ablehnte, den Sicherheitsgurt anzulegen: es war in der UdSSR kein Sex. das Kondom den Genuss minderte und der Gurt ein schlechtes Omen war.

Der Mann bestrafte also die Frau, indem er den unsicheren Sex als sein Privileg verteidigte. Seinerseits bestrafte der Staat, der die geballte Macht der Männer verkörperte, die Frau, indem er ihr Verhütungsmittel vorenthielt und die Abtreibung, besonders bei jungen, unverheirateten Mädchen, als körperliche Strafe für ihr unmoralisches Verhalten inszenierte.

Abort ohne Narkose war keine Seltenheit. In die Frauenkliniken wurden immer wieder ungewollt schwangere Mädchen eingeliefert, die vom Schrank gesprungen waren oder sich in einer Badewanne mit heissem Wasser fast zu Tode verbrüht hatten, um den Abort herbeizuführen.

Die Sowjetunion war Weltmeisterin in Bezug auf Abtreibungen. Explosion des Trieblebens. Die Gewalt und der Sex, inklusive Pornografie, bemächtigten sich des Fernsehens in einem Ausmass, wie man das im Westen nicht kannte.

Fast über Nacht wurde das Triebleben in all seiner Es war in der UdSSR kein Sex. enttabuisiert. Es war in der UdSSR kein Sex. sexuelle Revolution ging mit dem wilden Kapitalismus einher. Bei einem enormen sozialen Gefälle zwischen Reich und Arm, boomender Grossstadt und darbender Provinz verschoben sich die Machtverhältnisse zugunsten der neuen Aufsteiger.

Frauen träumten nicht von Emanzipation und Gleichberechtigung, sondern vom sicheren Leben als Hausfrau und Mutter. Allmählich gewöhnten sich die Männer an Sicherheitsgurte.

Auch Antibabypillen hielten Einzug in den Alltag. Doch hat die Emanzipation ihre Grenzen. Dem westlichen Postfeminismus mit seinem Kampf gegen Belästigung und Sexismus begegnen russische Frauen mit Befremden.

Dass das schwache Geschlecht nicht nur verführen, sondern auch lügen und rächen kann, wissen russische Frauen nicht nur vom Hörensagen. So finden russische Schauspielerinnen in den Liebschaften mit Regisseuren nichts Verwerfliches und wundern sich über die Amazonenschlacht in Hollywood. Männer würden oft anonym vor Jahren geschehener oder gar nur insinuierter sexistischer Handlungen beschuldigt es war in der UdSSR kein Sex.

ohne jedes Rechtsverfahren gesellschaftlich vernichtet. Dass Frauen blosse Opfer seien, lässt sie nicht gelten. Gleichwohl bedeutet es auch nicht, dass der Beischläfer sie vergewaltigt hat. Inzwischen wird die Einsamkeit der Frauen gar zum Wahlkampfthema.

Und so stösst ihr Wunsch, eine Familie zu gründen, auf ein unüberwindbares Hindernis: Einige Männer befinden sich im Strafvollzug, andere gehen weit weg einer Arbeit nach, die übrigen sind Alkoholiker, Nichtstuer, Drogensüchtige.

Not macht erfinderisch und vermag sogar unverhofft in Sibirien eine Willkommenskultur ins Leben zu rufen. Menü Startseite. Sonja Margolina Es war in der UdSSR kein Sex. Peter Gut. Putin und die Pflicht zur traditionellen Familie Inna Hartwich Der erste Schlag ist nur noch halb so schlimm Benjamin Triebe, Moskau Elisalex Henckel Marc Felix Serrao Altersheime öffnen ihre Türen für Sexualbegleiterinnen Auch betagte Menschen haben sexuelle Bedürfnisse.

Diese Erkenntnis setzt sich in den Schweizer Alters-und Pflegeheimen mehr und mehr durch. In einigen von ihnen bieten inzwischen sogenannte Sexualbegleiterinnen ihre Dienste an. Alle Rechte vorbehalten. Eine Weiterverarbeitung, Wiederveröffentlichung oder dauerhafte Speicherung zu gewerblichen oder anderen Zwecken ohne vorherige ausdrückliche Erlaubnis von Neue Zürcher Zeitung ist nicht gestattet.