Sex war der erste Tag nach einem Monat

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Diskreten Sex mit schwangeren

Sobald du unsere Push-Nachrichten aktivierst, erhältst Du hier einen Überblick neuer Artikel seit deinem letzten Besuch. Sich einen runterholen. Den Biber melken. Sich einen von der Palme wedeln. Die menschliche? Die männliche. Das klingt dann wenigstens noch ein bisschen nach Porno. Dass solch beschränkte sprachliche Mittel für weiblichen Solo-Sex absolut ausreichen, ist wenig überraschend.

Ein ausgeprägter Trieb gilt als männlich. Kein Wunder also, dass Kerle eher als Frauen dazu neigen, ihre Masturbationserfahrungen im realen Leben, im Netz oder in Songtexten zu teilen. Und das, obwohl es da gerade darum geht, nicht zu onanieren. Und dass es schon rein physisch nicht funktionieren kann. Zumindest nicht beim Mann. Denn der braucht bekanntlich zwischen zwei Orgasmen eine Wiederherstellungspause.

Die Frau hingegen kann in den meisten Fällen immer wieder. Bis zu 31 Höhepunkte an einem Tag sind zwar sportlich, aber nicht unmöglich. Frauen können das, was Männer können, schon lange. Ich habe zwar keinen Penis zum Zerstören, aber ich habe etwas anderes. Vorhang auf für den Destroy Dildo December! Nach einem Mal soll Schluss sein? Wenn ich erst mal angefangen habe, kann ich meist nicht so schnell wieder aufhören.

Aber was soll's, dann schone ich eben meine Kräfte. Und sinniere stattdessen darüber, warum wir Frauen oft so schamhaft sind. Viele denken immer noch, dass Männer biologisch auf die möglichst weiträumige Verspritzung ihres Samens programmiert, Frauen hingegen auf die Verlässlichkeit ihres Versorgers angewiesen sind. Ergo: Die weibliche Sexualität weniger ausgeprägt als die männliche sei Sex war der erste Tag nach einem Monat und wo nichts ist, da gibt es auch nicht viel zu erzählen.

Relativ neu ist die Erkenntnis, dass das Slut-Shaming — trotz seines fancy klingenden Namens ein Jahrtausende altes Sex war der erste Tag nach einem Monat — in dieser Hinsicht bestimmend ist.

Denn wenn Frauen aus der ihnen zugeschriebenen Rolle fallen und sexuell aktiv werden, egal ob mit sich selbst oder zwanzig Typen, dann können sie sicher sein, für ihr Verhalten abgewertet zu werden.

Also halten sie lieber die Klappe. Oder ersticken ihre Lust gleich im Keim, manchmal noch bevor sie überhaupt entstehen kann. Möglicherweise würden Frauen also mehr und ehrlicher über Selbstbefriedigung reden, wäre das Ganze nicht so eine peinliche Angelegenheit.

Und vielleicht würden sie es sich überhaupt öfter selbst machen. So bekommst du die besten jetzt-Texte aufs Smartphone. Jeden Tag am Abend. So gefällt mir das — genau meine Frequenz. Warum habe ich es mir nicht schon früher mehrmals täglich gemacht? Mein Hirn arbeitet nach diesen kleine Endorphinschüben wie ein Duracellhäschen, meine Laune ist fabelhaft. Sogar mein Kaffeekonsum ist gesunken. Hoch lebe meine rechte Hand! Manchmal hat es eben doch Vorteile, Kulturprekariat zu sein.

Ich liebe meinen Job! Wo sonst würde ich für Selfsex bezahlt werden? Was soll's. Wir Bitches tragen unsere Häupter aufrecht. Es stimmt also: Je mehr Sex man hat, desto mehr will man davon. Allein oder mit meinem Freund. Der aber flüchtet vor meiner überdimensionierten Libido ins Büro.

Er findet, ich falle ihn an wie ein wilder Hund und fühlt sich bei uns zu Hause nicht mehr sicher. Kurz ergebe ich mich dem schrecklichen Gedanken, es könnte wahr sein, dass weibliche Lust die männliche auslöscht.

Denn obwohl heute alle Welt das Gegenteil behauptet, gilt: Der Mann erobert, während die Frau sich ziert. Zeigt die Frau hingegen offensiv, dass sie will, kann das überfordern.

Ich fühle mich ganz … ausgelutscht. Abends bin ich bei einem Freund zum Kochen verabredet. Wann soll ich mich jetzt noch befriedigen? Verzweifelt erzähle ich ihm von meinem Dilemma. Ich zögere kurz. Es war jedes Mal eine Enttäuschung. Vielleicht würde uns gemeinsame Masturbation endlich die Höhepunkte bescheren, die wir nie hatten? Nein, entscheide ich. Weil ich nicht will, dass im Eifer des Gefechts doch noch Sex war der erste Tag nach einem Monat zum anderen kommt.

Also bin ich gezwungen, mir die volle Ladung im Bett neben meinem schlafenden Freund zu geben. Elf Orgasmen in einer Stunde.

Das letzte Mal fühlt sich eher nach Harnröhrenentzündung als nach Kommen an. Meine Stimmung droht zu kippen. Er hat Recht: Meine Arbeit lasse ich schweifen. Vorgestern musste ich ein Konzert absagen, gestern ein Date mit meinen Freundinnen. Soziale Isolation, ich komme! Jetzt endlich verstehe ich zumindest ansatzweise, warum es so etwas wie die NoFap-Bewegung gibt: exzessives Wichsen raubt dir nicht nur die Manneskraft, es macht auch einsam.

Und kriege meinen Mund nicht mehr zu. Die weibliche Sexualität habe sich nicht befreit, sondern lediglich der männlichen angepasst, schreibt sie. Junge Frauen, die sich freizügig verhalten und offen drüber reden, würden sich selbst sexualisieren — mit dem alleinigen Ziel, männliche Phantasien zu erfüllen. Was für ein Bullshit. Ja, es gibt Frauen, die über ihre Grenzen gehen oder denen es wichtiger ist, gut im Bett zu sein als es selbst besorgt zu bekommen.

Aber dass sexuell aktive Frauen per se als Opfer des Patriarchats abgestempelt werden, sollte eigentlich seit den 70ern vorbei sein. Ich will diese Challenge schaffen, und sei es nur, um vom Rathausturm zu schreien: Ich hab's mir diesen Monat mal selbst gemacht! Meine Phantasien reichen schon lange nicht mehr aus, um auf mein Soll zu kommen — ich brauche härteren Stoff, um schneller und öfter zu kommen.

Doch auch wenn er sich täglich um neue Reize für mich bemüht, fängt er schnell an mich zu langweilen. Lust auf Sex habe ich auch keine mehr. Das einzig Gute an diesem Tag: Meine sonst so fiesen Regelschmerzen sind dank 16 Mal Gebärmuttergymnastik kaum zu spüren. Das sollte es auf Rezept geben. Tatsächlich aber hasse ich es, zu irgendetwas gezwungen zu sein, das ich nicht will.

Mich heute 18 Sex war der erste Tag nach einem Monat anzufassen, zum Beispiel. Weil es mir wirklich Sex war der erste Tag nach einem Monat Hals raus hängt. In den letzten Tagen jedoch fühlte es sich mehr nach Gewalt als nach Genuss an.

Es gibt diese Regel beim Sex: Wenn es sich nicht mehr gut anfühlt, hört man auf. Egal ob zu zweit, zu dritt Sex war der erste Tag nach einem Monat allein.

Egal, wie sehr man vorher noch wollte. Vielleicht hat sie Recht. Aber liegt nicht genau hierin die Freiheit, die wir eigentlich haben wollen? Irgendeinen Blödsinn mitzumachen. Uns männliches Verhalten anzueignen. Und dann immer noch entscheiden können, ob es passt. Ja, ich bin auf halber Strecke abgeschmiert. Aber mit dem fabelhaften Gefühl: Meine Pussy gehört mir und kein Mensch und keine Challenge dieser Welt diktiert mir, was ich mit ihr machen soll.

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