Welche Art von Sex der Norm

Was finden Frauen an Männern attraktiv & umgekehrt? Sexuelle Anziehung, Hormone, Sex (Doris Gruber)

Als die Potenz des Mannes zu verringern

Unsicherer Blick in den Spiegel? Muss nicht sein. Ein kleines Mädchen steht vor dem Spiegel. Die Haare sind verwuschelt, ihr Hemd schräg geknöpft. Sie dreht sich nach links und nach rechts, blickt ernsthaft prüfend auf ihr Spiegelbild. Eine Begebenheit, die sich so oder ganz ähnlich überall und immer wieder zuträgt. Wir haben es schon oft gehört und wir haben es uns selbst welche Art von Sex der Norm genug gefragt: Bin ich schön? Ob Kurven, Dehnungsstreifen oder behaarte Achseln — mittlerweile ist das angeblich alles total okay; sie machen uns aus, sie machen uns schön.

So ruft es von Plakatwänden, so steht es in Magazinen, so versichern es uns Kampagnen wie effyourbeautystandards und zur Not auch Guido Maria Kretschmer im Fernsehen. Dürfen endlich glauben, diese vermeintlich letzte Bastion der Geschlechter-Ungerechtigkeit erstürmt zu haben: Denn wie viele kleine Jungs fragen ihre Mütter, ob sie schön sind?! Wir haben uns dem Schönheits-Diktat quasi basisdemokratisch entzogen: Wir sind jetzt nämlich einfach alle schön.

Trotz Cellulite, trotz dicker Schenkel, trotz Tattoos und dünner Haare. Jede darf sich trotzdem-schön fühlen. BMI my welche Art von Sex der Norm ass! Alle schön, also alles gut? Leider nein. Welche Art von Sex der Norm das, was welche Art von Sex der Norm vermeintliches Welche Art von Sex der Norm, als fröhlich-feministische Errungenschaft daherkommt, ist das genaue Gegenteil davon. Dafür sprechen nicht nur Zahlen, dafür spricht auch die Ideologie, die dahintersteckt.

Denn sie geben vielen Frauen die Möglichkeit, sich wiederzuerkennen, sich akzeptiert zu fühlen. Aber so einfach ist es eben nicht. Es geht hier nämlich nicht um ein gutes Gefühl, es geht immer noch um Schönheit. Und wie wir Schönheit definieren, hatte schon immer mehr mit Macht als mit Liebe zu tun. Denn Schönheit ist keine ewige Wahrheit.

Und der werde nunmal in jeder Volkswirtschaft neu festgelegt — und zwar nicht beliebig, sondern knallharten Interessen folgend. Schönheit als kulturelle Norm. Diese Norm schreibt Frauen, Männern natürlich auch, Wert zu. Wer nicht als schön wahrgenommen wird, hat entsprechend weniger Wert. Hässlich, also das Gegenteil von schön zu sein, ist eine Kränkung, die uns ins Mark trifft. So machtvoll ist unsere Definition von Schönheit. Und sie wird immer noch vor allem dazu gebraucht, Frauen zu diskreditieren.

Aber dann ist doch super, wenn sich unser Schönheits-Begriff ändert? Ist doch toll, wenn wir nun auch akzeptieren sollen, dass nicht nur superschlanke, sondern auch übergewichtige und nicht vollständig enthaarte Frauen schön sein können? Sorry, aber: Pustekuchen! Schönheit wird vielleicht demokratischer, aber dadurch auch absoluter. Schönheit betrifft uns nun alle.

Und das ist der Kern des Ganzen: Wir müssen nun alle schön sein. Es ist unsere Pflicht. Schönheit wird so zur Aufgabe, zum Imperativ. Es ist das Tschakka des Frau-Seins. Schönheit wird in Wahrheit immer anstrengender.

Die Zahl der diagnostizierten Magersüchtigen in deutschen Krankenhäusern ist in den letzten zehn Jahren rasant gestiegendie Zahl der Schönheitsoperationen um ganze neun Prozent innerhalb des letzten Jahres. Ich will damit gar nicht sagen, dass dieser erweiterte Schönheitsbegriff uns nicht auch gut tut. Es braucht Vorbilder, die anders aussehen oder einfach welche, die wie die meisten von uns aussehen.

Und die unzähligen Mädchen, die — hoffentlich — durch Trotzdem-schön-Frauen zufriedener mit ihren Körpern sind, die haben jedes gute Gefühl von Herzen verdient. Und dabei hilft das Gedicht von Caitlyn Siehl. Ein Satz, den wir unseren Schwestern und Töchtern und Brüdern und Söhnen und vor allem uns selbst immer wieder vor Augen halten sollten:.

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